Um 07:00 fuhr das erste Auto besetzt mit den beiden Retos in Salenstein los. Wie geplant stiegen Silv und Karl-Paul um 07:18 in Weinfelden zu und die Reise Richtung Stoos konnte beginnen. 2 Minuten vor dem Plan, also um 08:48 kam denn dieses Fahrzeug an der Talstation an. Billete und Parkkarten wurden besorgt und das Warten auf das zweite Fahrzeug besetzt mit Sascha, Dani, Mäsi und Andrea, begann. Um 09:05 kam dann auch diese Fuhr an, knappe 5 Minuten vor Abfahrt der Standseilbahn und somit 15 Minuten nach Plan. Der Grund dafür war schnell gefunden – anstatt sich auf die genauen Angaben des Reiseleiters zu verlassen, folgte Sascha als Fahrer der Stimme seiner „Susi“, was in der Besichtigung der Notschlachtstelle Schwyz endete.

Schlussendlich schafften es aber alle rechtzeitig in die Standseilbahn und die steile Fahrt konnte beginnen. Pünktlich um 09:17 erreichten wir die Bergstation Stoos und marschierten zu unserer Unterkunft. Dort konnten die schwächelnden Turnerinnen und Turner die grossen Rucksäcke ablegen und einen Kaffee zur Stärkung einnehmen. Obwohl es zu nieseln begann, nahm die gutgelaunte Schar mit dem Tagesrucksack bestückt den Weg zur Talstation des Sessellifts unter die Schuhe. Auf dem Klingenstock angekommen bot sich eine herrliche Aussicht – wenn man denn seine Phantasie walten liess; für alle Phantasielosen waren nur Wolken und ca. 10 Meter der Umgebung zu sehen.

Die Wanderung durch die Wolken hatte aber auch etwas Gutes, denn so verspürte niemand Höhenangst, auch wenn der Gratweg teilweise an steilen und gefährlichen Abgründen entlangführte (jetzt kann ich es ja sagen). Nach genau 2h 06 min, und somit 4 Minuten schneller als geplant, erreichten wir mit dem Fronalpstock das Ende des Gratweges und stärkten uns im Selbstbedienungsteil des Restaurants für den weiteren Tag. Die Hosen einiger Teilnehmer waren durch etliche Rutschpartien bereits gezeichnet (Kampfstiefel eignen sich halt wirklich nur für den Kampf, und nicht für Wanderungen auf feuchtem Untergrund).

Perfekt getimt mit dem Aufbruch durchbrach auch die Sonne zumindest an einer Bergflanke die Wolkenwand, so dass immerhin ein Teil des Vierwaldstättersees, das Rütli, Luzern und einige umliegenden Berge sichtbar wurden – so erhielten die Erstbesteiger des Fronalpstocks wenigstens eine Ahnung der phänomenalen Sicht, die sich bei schönem Wetter bietet. Wobei sich die Stadtkinder Reto A und Andrea eher zu den Ziegen hingezogen fühlten, und so nicht viel von der Aussicht geniessen konnten. Der Abstieg Richtung Stoos mit einigen Pausen, um die Teilaussicht zu geniessen, war dann gespickt durch einige Höhepunkte. So brachte sich Karl-Paul mit einer perfekten Kampfrolle vor angreifenden Kampfjets in Sicherheit, die nur er als erfahrener Luftwaffensoldat sehen konnte – dies brachte ihm auch den Titel der dreckigsten Hose ein. Kurze Zeit später erfüllte sich Reto A einen lange gehegten Traum – ein Selfie mit einer Kuh (ok, ist schon etwas angsteinflössend, aber immer noch besser als ein Nacktselfie). Da die Zeit noch nicht so fortgeschritten war, nutzten die Turnerinnen und Turner das etwas oberhalb von Stoos gelegene Restaurant für einen Halt, was sich als Glücksfall herausstellte. Kurt hatte sehr viel Freude an den knackigen jungen Kerlen und war bereits angeheitert, so dass eine Runde Appenzeller 5 CHF kostete und ein nicht identifizierbarer Likör für 0 CHF sein Leben liess. Das tröstete auch einen hier anonymisierten Turner darüber hinweg, immer noch nicht genug schön für die homosexuelle Szene zu sein.

Um 17:03 machten wir uns schlussendlich auf den Weg zu unserer Unterkunft, dem Skihaus Ibach. Dort angekommen überbrachten wir die Grüsse von Kurt und nutzten die Zeit bis zum Essen mit dem Bezug des Zimmers, dem Duschen und Trinken. Das Nachtessen übertraf alle Erwartungen und der zarte Braten verführte einige, sich zu überessen. Diese Kalorien konnten aber anschliessend sofort wieder durch spannende Runden „Hose abe“ abgearbeitet werden – auch wenn es dem Geburtstagskind einer anderen Gruppe gefallen hätte, blieben wir beim Kartenspiel und setzten den Namen des Spiels nicht in die Wirklichkeit um.

Am nächsten Morgen trafen wir uns alle Gesund wieder zum Frühstück, was nach Saschas Sprung-Sturz aus dem Stockbett nicht selbstverständlich war. Das Buffet wurde rasch geplündert und wir machten uns auf den Weg zur Stoosbahn und von dort um 09:17 Uhr mit dem Auto in Richtung Hölloch. Diesmal kamen alle ohne Umwege an, so dass wir auf unseren Höhlenführer warten mussten. Wir hatten uns alle auf einen urchigen muothataler Dialekt eingestellt, so dass wir uns an die schriftdeutsche Sprache des Guides gewöhnen mussten. Der Aufstieg durch einen vor einigen hunderttausend Jahren eingestürzten Höhlengang zum „neuen“ Eingang des Höllochs erinnerte an Landschaftsszenen aus dem Film „Herr der Ringe“. In der Höhle angekommen mussten wir die Helmlampen einschalten, da vom Feuer der Hölle nichts zu sehen war. Die Erklärung folgte sogleich – der Name Hölloch kommt ursprünglich von der Bezeichnung „häles Loch“, also rutschiges Loch und hat dementsprechend gar nichts mit der Hölle zu tun. Die knapp 2 stündige Wanderung führte uns durch labyrintartige Gänge hinauf und hinab vorbei an natürlichen aber auch gefälschten Sehenswürdigkeiten (gefälscht waren z.B. am Anfang des 20 Jh. hingeklebte Stalaktiten und Stalagmiten sowie Versteinerungen). Dank der Stirnlampe sah man übrigens oft weiter als am Vortag auf dem Gratweg – wer hätte das vorgängig gedacht. Am Ende der interessanten Führung waren alle froh, als wir wieder Himmel und Sonne über dem Kopf hatten, auch wenn dabei das Risiko besteht, dass einem der Himmel auf den Kopf fällt. Nach einem kurzen Besuch des feuerspeienden Höllochdrachens bedankten wir uns bei unserem Guide und landeten auf direktem Weg im Restaurant Hölloch um uns zu verpflegen – es war immerhin schon 12:17 Uhr und somit 17 Minuten hinter dem Plan. Das war aber auch nicht so schlimm, denn das erneut schmackhafte Mittagessen stellte den letzten geplanten Programmpunkt der Reise dar. Am frühen Nachmittag setzten wir uns dann wieder in die Autos und machten uns, nur aufgehalten durch einen Stau, auf Richtung Heimat.

Um 16:46 Uhr wurde der Erzähler zu Hause abgesetzt und da im vom restlichen Heimweg nichts zugetragen wurde endet die Erzählung an dieser Stelle mit einem Dank an die coole Reisetruppe für Ihre Nachsicht mit der Wetterbestellung.

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